(Sieben Wochen ohne - Folge 4)
Wie nicht anders zu erwarten, hat mich der Kollege Jung wegen meiner Weinvernichtungsaktion in den Senkel gestellt. Per e-Mail hat er mir mitgeteilt: "Schlimm genug, einen derartigen Tropfen mir nichts dir nichts in den Gully zu gießen. Wäre die Flasche annähernd voll gewesen, so wäre sie in der Redaktion nicht alt geworden und dazu obendrein ihrer eigentlichen Bestimmung angemessen zugeführt worden. Und wenn es nicht lohnte, den Stumpen nach Sindelfingen zu tragen, so hätte man ihn doch mit einem Weingelee über die Fastenzeit konservieren können - Zucker, Blattgelatine oder Gelfix wirken da wahre Wunder. Mit einer Schoddosoße, auch Weinschaumsauce genannt, hätte man dem edlen Tröpfchen ebenfalls wesentlich mehr Respekt erweisen können, als mit solch fastenbedingten, panikattackengleichen Kurzschlussreaktionen".
Ebenfalls hart ist der Kollege Joachim Braun vom Tölzer Kurier mit mir ins Gericht gegangen. Er nennt es "eine Schande", so einen Wein in den Abfluss zu gießen.
Auch Annette Wylezich aus Ehningen kann es nicht begreifen, was ich mir da am Donnerstag Abend geleistet habe. "Warum hast du denn den Rest aus deiner Weinflasche - anstatt ihn in die ewigen Jagdgründe zu befördern - nicht dem Kollegen Jung übergeben? Oder fastet der womöglich auch?", hat sie mir geschrieben.
Wenigstens findet Annette mein neues "Kommentar"-Bild sehr gut: "Das ist Jürgen live".
Asche auf mein Haupt wegen der Weinvernichtung. Dank Annettes Kompliment ist das Wochenende einigermaßen gerettet.
Samstag, 20. Februar 2010
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