Montag, 22. Februar 2010

Blutwurz - Schnaps oder Medizin?

(Sieben Wochen ohne - Folge 6)
Auch zu Beginn dieser Fastenzeit muss die Frage geklärt werden: Ist dieser blutrote Saft, den ich in aller Regel Montagsabends in der "Kanne" in Böblingen zu mir nehme, Schnaps oder Medizin? Die Klärung ist von Bedeutung, denn der Rechtsanwalt Dietmar Aust, schon von Berufs wegen ein penibler Mensch, hat mich am Samstag wegen Bruchs des Fastengelübdes angeschwärzt. In der Tat habe ich an diesem Tag mit dem Wirt der "Kanne", Helmut Hahn, einen Blutwurz auf seinen 79. Geburtstag getrunken. Allein die Tatsache, dass Hahn mit seinen 79 Lenzen aussieht wie das blühende Leben und an sechs Tagen in der Woche hinter dem Tresen steht, macht deutlich, dass es sich beim Blutwurz um Medizin handeln muss. Schließlich trinkt der Kanne-Wirt jeden Tag einen (vielleicht auch mal zwei) Blutwurz.
Sucht man Internet nach dem Blutwurz, stößt man sofort auf die Themen Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) und Alternativmedizin. Dabei heißt es unter anderem: "Blutwurz wirkt stark zusammenziehend, austrocknend und entzündungshemmend. Der Blutwurz trägt zur Stärkung des Magens bei."
Bei der Firma Penninger aus dem Bayerischen Wald ist der Blutwurz der "Star" unter den Kräuterspezialitäten. "Hat der hochprozentige Blutwurz erst Feuer gefangen, leuchtet er in kräftigem Rot und erobert dabei auch gerne Frauenherzen, die vor allem seinen harmonischen Geschmack besonders schätzen", heißt es in der Penninger Werbung.
Der Förster Hermann Raststätter aus Baiersbronn schwört außerdem bei Entzündungen des Zahnfleischs auf einen Blutwurz.
Wem das noch nicht ausreicht: Der Blutwurz schmeckt so gewöhnungsbedürftig, dass es sich auf alle Fälle am Medizin handeln muss.

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