Montag, 29. März 2010

Handverlesen und gut verträglich

(Sieben Wochen ohne - Folge 13)
Die Fastengemeinde biegt auf die Zielgerade. An Karfreitag ist es mit dem Verzicht vorbei.Ob ich standhaft geblieben bin, will Frau B. aus Ehningen wissen. Selbstverständlich. Selbst in meinem engeren Umfeld ist man mal wieder von meiner Konsequenz in Sachen Alkohol überrascht.
Andere haben dagegen finden es ziemlich dekadent, selbst bei "großen" Anlässen auf ein Gläschen Schampus zu verzichten. Frau B. aus Bad Cannstatt zum Beispiel hat es fast persönlich genommen, dass ich bei ihrer Hochzeit am Samstag trocken geblieben bin.
Da darf sie sich auch nicht wundern, denn ihr Caterer hatte Alkoholfreies vom Feinsten zu bieten. Zum Beispiel einen Apfelsaft aus Österreich - aus handverlesenen Jonagold-Äpfeln, wie man mir versicherte. Der naturtrübe Saft war herrlich erfrischend, nicht so süß und außerdem gut verträglich.

Donnerstag, 18. März 2010

Bitter Lemon gegen den Frust

(Sieben Wochen ohne - Folge 12)
Frohes Mutes waren wir zum Champions-Leaque-Fernsehabend ins Römerkastell nach Bad Cannstatt gefahren und ich hatte auf einen 2:1-Sieg des VfB Stuttgart gegen den FC Barcelona getippt. Schließlich träumte ich in der Nacht vor Barcelona vom Champions-Leagque-Finale Bayerrn gegen den VfB in Madrid. Die Idee musste ich mir bald abschminken. Und Alkohol als Ersatz für den Torjubel gab es auch nicht. Dafür habe ich meinen Frust in Bitter Lemon ertränkt.
Etwas Schönes hatte dieser Abend doch noch: Der Kollege Wegner hat beim Tippspiel Karten für das WM-Halbfinale und damit eine Reise nach Südafrika gewonnen.

Freitag, 12. März 2010

Landfrauen hier, Jungfrauen da

(Sieben Wochen ohne - Folge 11)
Ich bin weder verhungert noch ausgetrocknet, aber in der Fastenzeit muss man halt auf vieles verzichten. Zum Beispiel auch aufs Blog schreiben. Außerdem war ich in Südeuropa auf der Suche nach dem Frühling und bin mitten in den Winter geraten. Zum Glück konnte ich nach 24 Stunden wieder mein Köfferchen packen und bin zurück nach Deutschland geflogen. Hier weiß man wenigstens, was einen erwartet.
Zum Beispiel die Starkbierzeit. Da muss man als Alkohol-Faster stark sein, wenn man zum Salvatoranstich eingeladen ist und von allen Seiten blöd angeguckt wird, weil man ein alkoholfreies Bier bestellt. Zum Glück mussten an diesem Tag andere mehr einstecken. Fastenprediger Christoph Sonntag als Bruder Barnabas (siehe Bild) schenkte dem anwesenden Ex-Ministerpräsidenten Günther Oettinger und seinem Nachfolger Stefan Mappus (nicht anwesend) gleichmäßig ein. Eine Kostprobe: "Mappus hat heute Landfrauen zugesagt, während sich Oettinger den Jungfrauen hingezogen fühlte."
Den Spott hatten an diesem Tag andere, aber es kommen auch wieder andere Tage.

Donnerstag, 4. März 2010

Cranberry-Saft statt Barolo

(Sieben Wochen ohne - Folge 10)
Die ersten zwei Fastenwochen sind vorbei, es ist Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Bis auf zwei Gläschen Blutwurz, die eindeutig in die Kategorie Medizin fallen (siehe Folge 6), habe ich allem abgeschworen, was auch nur andeutungsweise mit Alkohol zu tun haben könnte. Obwohl in meiner Gegenwart teilweise kräftig gebechert wurde. Am Samstagabend zum Beispiel habe ich für das schöne Fest bei Frau von R. eine paar Fläschen Wein aus der Pfalz und Südtirol spendiert. Das Publikum bedankte sich artig, prostete mir aber verächtlich zu, als ich zum Barolo mit meinem Cranberry-Saft anstoßen wollte. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr, aber da muss man in diesen Zeiten durch.
Dafür stehen andere wie eine Eins hinter mir: Alexandra Holzwarth mailt aus Salzburg, dass sie sich "schlapp lacht" und meinen Blog "grandios" findet: "Fast wie Bridget Jones aus männlicher Sicht. Nur ohne Zigaretten und Londoner Regen."  Und laut Umfrage glauben doch immerhin 29 Prozent, dass ich durchhalte, "weil ich ein Pfundskerl bin". 54 Prozent meinen, ich schaffe es, aber ich brauche jemand, der auf mich aufpasst. Nur 15 Prozent trauen mir die Alkohol-Abstinenz nicht zu.

Dienstag, 2. März 2010

Wenn schon, dann Eva Padberg

(Sieben Wochen ohne - Folge 9)
"Das ist der Treppenwitz des Jahrhunderts", findet der Herr Rechtsanwalt. "Du lässt Dich ins Calwer Eck Bräu einladen, und trinkst nur Wasser." Über soviel Konsequenz kann mein Freund Dietmar nur den Kopf schütteln. So ist es halt in der Fastenzeit. Auch Rudi Mossbruggers 60.Geburtstag, der am Sonntag in der Stuttgarter Lokalbrauerei ausgiebig gefeiert wurde, ist noch lange kein Grund, einen Joker zu nehmen. Obwohl neben mir ein Pitcher Bier nach dem anderen gekippt wurde (rechts im Bild), bin ich auch am Tag 11 der Fastenzeit hart geblieben. So ein Fläschen Gerolsteiner tut's auch.
Außer Freund Dietmar finden das die meisten klasse. "Obwohl wir gestern mal wieder ein schönes Fest zusammen gefeiert haben, finden wir es ganz wunderbar, wie du dich mit Kaffee und Wasser fit hältst und allen Versuchungen widerstehst. Mach weiter so. Wir glauben, dass dir nichts gefährlich werden kann", schreiben Rose und Rudi.
Übrigens: Die Kollegen Schweiker und Wegner haben, obwohl wir schon seit Jahren Schreibtisch an Schreibtisch sitzen, keine Ahnung von meinem Frauengeschmack. Beide glauben ernsthaft, dass mich ein Gläschen Rotwein mit Angelina Jolie ins Wanken bringen könnte (siehe Umfrage). Weit gefehlt, da müssten schon Demi Moore oder Julia Roberts kommen. Außerdem, wer die Handy-Nummer von Eva Padberg hat, lässt sich doch nicht von einer Hollywood-Schauspielerin vom Pfad der Tugend abbringen.

Montag, 1. März 2010

Hart wie Pudding

(Sieben Wochen ohne - Folge 8)
Kein Sorge, liebe Mitfühlenden und liebe Mitfastenden, der Alkoholentzug hat mich nicht dahin gerafft. Die Ausfallerscheinungen der letzten Tage waren ausschließlich technisch bedingt (bei blogger.com stand man auf der Leitung) und hatten nichts mit Filmrissen, schlechtem Gewissen oder Rückfall in die Tage vor Aschermittwoch zu tun.
Im Gegenteil: Ich bin hart wie Pudding, freue mich des Lebens und bin schon frühmorgens fit wie ein Turnschuh. Gelegenheiten, dem Alkohol zu frönen, gab es in den letzten Tage genug, doch den schweren Kopf und einen nervösen Magen hatten andere. Mehr dazu ab morgen, inklusive eines Foto-Beweises meiner Standhaftigkeit.